Sparplan auf ETFs

Der Sparplan als Einstieg

Heute bietet beinahe jede Bank und Online Broker ETF-Sparpläne an. Die Auswahl verfügbarer ETFs reicht dabei von wenigen Stück bis zu hunderten. Mit einem Sparplan investierst Du regelmäßig in einen von Dir ausgewählten ETF. Dabei erwirbst Du anders als beim Einmalkauf eines ETFs nicht nur ganze Anteile sondern auch Bruchteile. Kostet beispielsweise der ETF 100 Euro und Du hast einen monatlichen Sparplan von 50 Euro, erwirbst Du in diesem Monat 0,5 Stück des ETFs. Damit können auch Sparer mit kleineren Beträgen in ETFs investieren. Je nach Anbieter beginnen die Sparpläne meist bei einem Mindestbetrag von 25 oder 50 Euro im Monat.

Auch mit derart kleinen monatlichen Summen lassen sich über einen langen Zeitraum sehr gute Renditen erzielen.

Kosten eines Sparplans

Für einen monatlichen Sparplan sprechen häufig auch die Kosten gegenüber einer Einmalanlage. Gerade bei monatlichen Summen unter 600 Euro ist der Erwerb über einen Sparplan regelmäßig günstiger, da bei den meisten Banken und Online Brokern für den Erwerb von einmaligen Erwerb von ETFs schnell Gebühren von mehr als 10 Euro anfallen.

Viele Anbieter, etwa Consorsbank oder Comdirect* verlangen für die Ausführung eines monatlichen ETF-Sparplans aktuell 1,50% des Sparbetrages. Allerdings bieten sie häufig auch eine gewisse Anzahl von ETFs zum kostenfreien Sparen an. Bei der Comdirect* sind das etwa 170 Stück. Ist ein ETF auf den von Dir favorisierten Index bei den kostenfreien Sparplänen dabei und sind dessen Verwaltungskosten nicht signifikant höher, solltest Du hier zuschlagen. Allerdings muss man dazusagen, dass derartige Aktionen meist nicht von Dauer sind. Du solltest daher wirklich von dem konkreten ETF überzeugt sein und nicht nur auf das Aktionsangebot achten.

Diversifikation

Bei der Diversifikation geht es darum, dass man seine Investitionen möglichst breit streut. Das beinhaltet verschiedene Anlageklassen, aber auch Regionen und Branchen bei der Investition in ETFs. Aus meiner Sicht kann man es bei diesem Thema leicht übertreiben.

Für jemanden, der über einen langen Zeitraum monatlich lediglich 100 Euro ansparen kann, macht eine Aufteilung dieses Betrages in verschiedene Anlageklassen zunächst wenig Sinn. Im Interesse einer möglichst hohen Rendite solltest Du in einen weltweit breit investierenden ETF auf Aktien investieren. Als zugrundeliegender Index bieten sich der MSCI World oder der MSCI All Countries World Index (MSCIACWI). Statt 23 Länder im MSCI World unfasst MSCI ACWI Unternehmen aus 47 Ländern. Darunter sind auch Schwellenländer, deren Anteil etwa 11 Prozent des Indexwerts ausmachen. US-Aktien haben entsprechend weniger Gewicht. Mehr zu diesen beiden Indizes erfährst Du in meinem Beitrag „Was unterscheidet den MSCI World vom MSCI All Countries?

Mit einer so breiten Ausrichtung profitierst Du von der weltweiten Wirtschaftsentwicklung und vermeidest einzelne Länderrisiken oder Branchenrisiken.

Ausschüttende oder nicht-ausschüttende ETFs

Hast Du Dich für einen dem ETF zugrundeliegenden Index entschieden, also etwa den MSCI World, geht es an die konkrete Auswahl eines ETFs. Dabei schaust Du natürlich nach den jährlich anfallenden Verwaltungskosten. Klar. Je günstiger, desto besser. Ein anderer wichtiger Punkt ist aber auch die Auswahl zwischen ausschüttenden und nichtausschüttenden (thesaurierenden) ETFs.

Wenn Du Dir meine Ausführungen zum Grundlagenwissen angeschaut hast, weißt Du, dass Aktien Dividenden ausschütten können. Hast Du nun einen ETF auf Aktien, so schütten die darin enthaltenen Aktien auch regelmäßig Dividenden aus. ETFs behandeln diese Ausschüttungen auf unterschiedliche Weise. Sie reinvestieren den um die Steuern geminderten Ausschüttungsbetrag oder sie schütten einen Teil der Dividendenzahlungen an Dich als Inhaber des ETFs aus.

Für einen langfristigen Sparplan würde ich einen nicht-ausschüttenden ETF empfehlen. Damit hast Du weniger Arbeit und im Zweifel eine höhere Rendite, weil der Ausschüttungsbetrag nicht auf Deinem Konto schlummert, sondern direkt wieder im gleichen ETF investiert wird.

Cost-Average-Effekt

An der Börse schwanken die Kurse. Manchmal weniger stark und manchmal extrem. Es gibt Zeiten, da gehen die Kurse über Wochen in den Keller. Wäre es dann nicht besser zu warten, bis die Fonds billiger sind? Das Dumme ist, dass niemand vorhersagen kann, wann genau das der Fall sein wird. Mit einem Sparplan können Dir die Kursschwankungen egal sein. Du legst bekanntlich langfristig an. Sind die Kurse gefallen, ist das prima, denn in diesem Monat bekommst Du mehr ETF-Fondsanteile für Deinen monatlichen Sparbetrag. Damit senkst Du automatisch Deinen durchschnittlichen Einstiegskurs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.