Grundlagenwissen zum Vermögensaufbau

Auf dieser Seite möchte ich Dir das 1×1 der Geldanlage erklären. Dabei geht es nicht um Fachchinesisch, sondern um einfach zu verstehende Zusammenhänge. Keine Bange, Du brauchst nicht viele Stunden, um Dir ein Grundlagenwissen anzueignen.

Warum ist das wichtig? Niemand möchte bei der Geldanlage Geld verlieren. Das hier vermittelte Grundlagenwissen soll Dir helfen, Risiken besser einzuschätzen und informierte Entscheidungen zu treffen.

Fangen wir mit grundlegenden Begriffen an.

1. Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein Wertpapier. Sie entspricht einem Anteil an einem Unternehmen. Dieses wird auch Aktiengesellschaft (AG) genannt.

Bei der Gründung einer Aktiengesellschaft wird festgelegt, in wie viele Aktien das Grundkapital aufgeteilt wird.  Das Grundkapital selbst erhält die Gesellschaft dann durch die Ausgabe von Aktien an ihre Gesellschafter, die Aktionäre.
Jeder Besitzer einer Aktie ist damit ein (Teil-)Inhaber der Aktiengesellschaft. Wie groß der Anteil am Unternehmen ist berechnet sich so: Hat die Aktiengesellschaft zum Beispiel Tausend Aktien ausgegeben, repräsentiert eine Aktie ein Tausendstel der AG.

Nicht alle Aktien werden an der Börse gehandelt. Nur ein kleiner Teil aller Aktiengesellschaften ist tatsächlich an der Börse notiert. Deshalb können Privatanleger nur bei diesen Aktien über die Börse handeln. Bei den übrigen Unternehmen befinden sich die Anteile in den Händen von wenigen. Dies sind etwa die Gründer, andere Unternehmen oder Investoren.

Als Aktionär hast Du ein Stimmrecht auf der jährlichen Hauptversammlung der AG. Dort wird über wichtige Entscheidungen, wie etwa die Wahl des Aufsichtsrates oder die Gewinnverteilung abgestimmt. Neben dem Stimmrecht hast Du grundsätzlich auch ein Recht auf die Beteiligung am Gewinn der Aktiengesellschaft. Dazu mehr beim Thema Dividende.

2. Was ist ein Aktienfonds?

Ein Aktienfonds investiert in eine Vielzahl von Aktien entsprechend der Anlagestrategie des Fonds. Er kann sich beispielsweise auf Unternehmen einzelner Länder konzentrieren, weltweit investieren oder nur in ausgewählte Branchen, zum Beispiel Finanzwerte. Strategien gibt es dabei so viele wie Sand am Meer.  Je nachdem, wie der Fonds ausgerichtet ist, wählt der Fondsmanager aus seiner Sicht die vielversprechendsten Aktien aus. Man spricht daher auch von aktiv gemanagten Fonds. Eine andere Varante sind passiv gemanagte Fonds, die lediglich einen Index abbilden. Diese werden auch ETF genannt.

Zur Aufgabe des Fondsmanagers gehört es Unternehmensnachrichten zu verfolgen, zu bewerten oder Aktionärsversammlungen zu besuchen und dort die Interessen der Fondsinhaber wahrzunehmen.

Erwirbst Du einen Fondsanteil bist Du nicht unmittelbar Inhaber einer Aktiengesellschaft. Die Aktien selbst gehören dem Aktienfonds und Dir wiederum ein Teil des Fonds. 

3. Was ist ein Aktienindex?

Du hast bestimmt schon mal vom Dax oder dem Dow gehört. Was verbirgt sich hinter diesen Kürzeln?

Beides sind Aktienindizes. Der Index ist dabei nicht mehr als eine Kennzahl, die die Entwicklung ausgewählter Aktienkurse also eines Teils des Aktienmarkts widerspiegelt. Es gibt eine Vielzahl an Indizes, etwa für die Aktienmärkte einzelner Länder, Regionen oder aber auch einzelner Branchen. Zu den bekanntests Indizes gehören der DAX (Kurs der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften), der DOW Jones (30 größte US-amerikanische Gesellschaften) und der MSCI World (1600 Aktiengesellschaften aus 23 Ländern).

Viele Indizes bilden allein den Kurs der enthaltenen Aktien ab, nicht jedoch deren ausgeschüttete Dividende.  Diese Indizes nennt man auch Kursindex. Indizes, die die Dividende hinzurechnen, nennt man Performanceindex. Gegenüber einem reinen Kursindex entwickelt sich ein Performanceindex aufgrund der Dividendeneinrechnung besser.

4. Was ist ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund.  Das ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des MSCI World, abbildet. Kurz ausgedrückt vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Aktienfonds in einem Produkt.

Mit ETFS kannst Du mit nur einem Wertpapier kostengünstig in ganze Märkte investieren. Neben Aktien kannst Du mit ETFs auch in andere Anlageklassen, etwa Anleihen oder Rohstoffe investieren. Damit eignen sich ETFs hervorragend als  Baustein für Deine private Geldanlage.  Sie bilden kostengünstig 1:1 einen Index nach und sind zu jeder Zeit an der Börse handelbar.

Während bei Aktienfonds beim Kauf sehr häufig hohe Ausgabeaufschläge zu zahlen sind, entstehen beim Börsenhandel von ETFs nur die Ordergebühren der Bank und eine meist geringe Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.

5. Was ist eine Anlageklasse?

Eine Anlageklasse ist ein bestimmtes Vermögenssegment in das investiert werden kann.  Dazu gehören Barvermögen, festverzinsliche Wertpapiere (etwa Anleihen, Tagesgeld, Sparbücher), Aktien, Immobilien und Rohstoffe (etwa Gold). Aber auch alternative Investments wie Optionen oder Hedgefonds können unter diesem Oberbegriff zusammengefasst werden. Für Anfänger geeignet sind Letztere aber nicht. 

6. Was ist ein Depot?

Bei Deiner Bank werden Wertpapiere, wie etwa Aktien, Anleihen oder ETFs kostenlos oder für eine Gebühr in einem Depot aufbewahrt. Das Depot quasi das Gegenstück zum Konto im Geldverkehr.  Die Bank kümmert sich um die Verwaltung der Wertpapiere, also etwa die Zahlung von Zinsen und Dividenden bzw. die Information über anstehende Kapitalmaßnahmen von Aktien, z.B. bei einer Kapitalerhöhung. Sie führt in der Regel ferner automatisch die Kapitalertragssteuern ab und erstellt am Ende des Jahres eine Steuerübersicht für Euch. 

7. Was ist die Dividende?

Die Dividende ist eine meist jährliche Gewinnausschüttung (Erfolgsbeteiligung) von Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre. Das bedeutet, dass die Firmen jedes Jahr einen Teil ihres erwirtschafteten Gewinns an ihre Gesellschafter verteilen. Über die Höhe der Dividende  entscheiden die Aktionäre in der Hauptversammlung.

Beispiel: Die Aktiengesellschaft XYZ beschließt eine Dividende von 2 Euro je Aktie. Jeder Aktionär erhält demzufolge vor Steuern eine Dividende von 2 Euro für jede Aktie, die er von dieser Gesellschaft hält. 

In diesem Zusammenhang taucht oft auch der Begriff Dividendenrendite auf. Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Höhe der Verzinsung des angelegten Kapitals. Bei der Berechnung wird die Dividende ins Verhältnis zum Kurs der Aktie gesetzt. Steht die Aktie bei 50 Euro und wird eine Dividende von 2 Euro gezahlt, beträgt die Dividendenrendite 4 Prozent (2 Euro*100/50 Euro).

Nicht alle Aktiengesellschaften zahlen eine Dividende. Manche Firmen stecken den Gewinn beispielsweise lieber in neue Investitionen oder bilden damit Rücklagen für schlechtere Zeiten. Ein bekanntes Beispiel für eine Aktie, die aktuell keine Dividende zahlt, ist Amazon. 

8. Was ist eine Anleihe?

Anleihen sind wie Aktien, und Aktienfonds Wertpapiere.  Vereinfacht gesagt funktionieren Anleihen wie folgt:

Du leihst Staaten oder Firmen Geld und erhälst dafür Zinsen. Du vergibst also einen Kredit. Aus diesem Grund werden Anleihen auch „festverzinsliche Wertpapiere“ bzw. kurz „Zinspapiere“ genannt. 

Bei Anleihen verdienst Du also während der Laufzeit primär durch regelmäßige Zinszahlungen Geld. Am Ende der Lauzeit erhälst Du dann den Nennwert der Anleihe zurück gezahlt. Hingegen gibt es für Aktien keine feste Laufzeit und keine festgeschriebenen jährlichen Ausschüttungen, denn die Dividende kann schwanken. Dafür gibt es bei Aktien ein in der Theorie nach oben unbegrenztes Potential.

Das Grundlagenwissen reicht Dir nicht? Du willst mehr über Finanzen erfahren?

Zum Thema Finanzen gibt es natürlich auch jede Menge spannende Bücher. Daher stelle ich hier nach und nach meine Lieblingsbücher vor.

1. Gottfried Heller – Der einfache Weg zum Wohlstand

Gottfried Heller - Der einfache Weg zum Wohlstand